
Auf der Estancia Menelik
(Bauernhof) können sich Touristen für ein paar Tage einmieten.
Zur Vollverflegung lassen sich weitere Aktiviäten buchen, wie z. B. Reiten, Angeln oder Ausflüge.
Wir verbrachten ein paar Tage in absoluter Abgeschiedenheit und ließen die Seele baumeln. Valeria, die Köchin
versorgte uns mit kreativem und leckerem Essen, ihr Freund mit viel Mate. Des weiteren gab es Manuel, ein Gaucho
der alten Schule und Almanzio, sein Lehrling.
Die Neugier veranlasste uns dazu, für einen Nachmittag einen Ausritt zu buchen. Während die beiden Gauchos die Pferde
einfingen, packten wir uns so gut es ging in warme Kleidung ein.
Die Estancia hat eine Homepage auf der Sie die Preise finden und Reservierungen vornehmen können.

In Argentinien steht Cabalgato für Ausreiten.
Nach dem Satteln ging es los in die Steppe. Die Pferde waren gut geschult und hörten meistens
auf unsere Anweisungen, so dass wir viel Spaß hatten.

Wie auf dem Foto zu sehen, war der Himmel blau. Die patagonische Weite erstreckte sich vor uns und im Hintergrund ließen sich die Anden sehen. Nichts deutete auf etwas unvorhergesehendes hin, geschweige denn auf einen Wetterumbruch.

Ich weiß auch nicht mehr wie es kam, aber plötzlich peitschte der Schnee über die Pampa. Die Kälte,
die durch den Wind in jede noch so kleine Öffnung der Kleidung getragen wurde, erfasste uns von einem
Augenblick zum nächsten. Die Kommuniktion untereinander war fast nicht mehr möglich, so pfiff der Wind.
Die Hände konnten kaum mehr die Zügel halten und die Wangen und Nase spürten wir nicht mehr.
Wir traten sofort den Heimweg an, vielleicht eine Stunde Strecke. Doch es waren nicht nur wir,
die zu leiden hatten. Die Pferde drehten sich immer wieder mit ihrem Hinterteil in den Wind,
um Ihren Kopf zu schützen. Es war sehr schwer als Laie, sie davon zu überzeugen, das Sie weiter gehen.
Sobald sich der Abstand zwischen uns Dreien etwas vergößert hatte, sah man den anderen nicht mehr,
da der Schnee einfach zu dicht war. Es machte sich Angst breit, wie lange wird der Schneesturm anhalten?
Wird es nur eine halbe Stunde sein oder den ganzen Tag?

Ich weiß nicht was passiert wäre, wenn der Schneesturm länger angehalten hätte, wir wären vermutlich abgestiegen,
hätten die Pferde laufen lassen und wären zu Fuß weiter.
Aber so weit kam es glücklicherweise nicht. Kurze Zeit später, vielleicht die besagten 30 Minuten hörte es auf
zu schneien, der Himmel klart rasch wieder auf, und kurz vor der Heimkehr lag nicht mal mehr Schnee.
Im nachhinein war es wie ein Traum, so schnell wie der Schnee kam, so schnell verschwand er auch wieder.
Vermutlich wären wir auch bei längerem Sturm nicht verloren gegangen. Auf den letzten Kilometern kam
uns nämlich ein Suchtrupp aus zwei Geländewagen und dem weiteren Personal der Estancia entgegen.
© Carsten Meyer | Alle Rechte vorbehalten | Fehler melden